Watchtime = Lebenszeit

Nicht erst, seit dem Youtube die Watchtime einführt hat, schaue ich mir an, wie lange Zuschauer meine Videos betrachten.

Das wichtigste, was ich in 5 Jahren Studium gelernt habe, war nicht der Kern eine Vorlesung, sondern eine Anektdote von meinem Professor Harald Pulch. Er erzählte, dass einer seiner Dokumentarfilme eine halbe Millionen Zuschauer hatte und er das mal mit der länge der Doku multipliziert hat. Die Doku dauerte eine Stunde. Also haben andere Menschen seine Doku für 500.000 Stunden betrachtet.

500.000 Stunden sind 20834 Tage sind 57 Jahre

Das ist doch krass, dachte ich mir. Der hat mit einem Film mehr Lebenszeit von Zuschauern gefüllt, als er selber gelebt hat.

Seitdem führe ich eine kleine Bilanz in meinem Hinterkopf und vergleiche meine Arbeitsinvestition mit der Zeit die andere das Video anschauen.

Meine erste Bilanz war ein Schock!

Bei meinem ersten größeren Kurzfilm habe ich ca. 5 Monate Vollzeit investiert um dann unseren 8 Minuten Film vor 100 Leuten zu präsentieren. (Ich rechne jetzt nur meine Arbeitszeit, und nicht die, des ganzen Teams)

Meine Ausgaben:

5 (Monate) * 4 (Wochen) * 40 h = 800 h

Meine Einnahmen:

8 Minuten * 100 (Zuschauer) = 13,3 h

Ich hab also für jede Minute Watchtime eine Stunde Arbeit investiert. Und für jeden Zuschauer habe ich 8 Stunden gearbeitet.

Natürlich geht es im Studium auch darum etwas zu lernen, aber ich habe dieses Beispiel als meine Untergrenze definiert. Ich wollte nie wieder eine so schlechte Bilanz haben.

Mein Minimal-Ziel ist immer: Worktime + X

Um das zu erreichen, kann ich entweder mehr Zuschauer finden oder meine Arbeitszeit reduzieren. Und der zweite Weg ist fast immer der einfachere. Ich habe angefangen kleine Videos zu erstellen, denn man kann nie genau Voraussagen wie ein Video am Ende ankommt. Durch kleinere Zeit-Investitionen reduziert man das Risiko und die Wahrheit ist doch leider auch, dass den meisten Zuschauern die Handwerkliche Qualität weniger wichtig ist, als der Inhalt.

Der Beweis dafür ist mein bisher größter Hit:

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watchtime-vs-worktime

Meine Ausgaben:

20 Minuten

Meine Einnahmen:

119.372 Minuten oder 83 Tage

Hier habe ich für jede Minute Arbeit eine „Watchtime Rendite“ von 99 Stunden erhalten und die 100 Stunden, werde ich in ein paar Tagen knacken.

Natürlich kann man beides nicht miteinander vergleichen, denn unterm Strich habe ich beim ersten Projekt vieles über Film und Menschen gelernt und beim zweiten inhaltlich nichts bewegt.

Trotzdem waren beide Projekte und vor allem die Anekdote wichtige Grundlagen um auf das Konzept der 1000-Stunden-Woche zu kommen.

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