3000 Jahre Krieg und was ich in Jerusalem gelernt habe

Wer nicht lesen will, kann sich auch das Video ansehen:

Jerusalem ist auf jeden Fall eine Reise wert und dafür muss man nicht religiös sein.. Aber fangen wir mal vor 3000 Jahren an. Laut altem Testament wurde die Stadt damals von König David (bekannt aus David gegen Goliath) erobert, weil schon damals die Juden glaubten, dass hier vor über 5000 Jahren die Erde und Adam erschaffen wurden. 1000 Jahre später ist hier ein Jude Namens Jesus nach seiner Kreuzigung wieder auferstanden und auch Mohammed ist von dieser Stadt aus in den Himmel gefahren, hier war also eine Menge los. Auch heute noch kommen jedes Jahr Millionen Anhänger dieser Religionen in die „heilige Stadt“ um auf den Spuren ihrer Propheten zu laufen. Wenn man dann aber mal etwas genauer hinschaut, dann merkt man, dass es eigentlich keine echten Spuren mehr gibt. Alles was geblieben ist, sind Erzählungen. Die Thora, die Bibel und der Koran und darin sind es dann einzelne Worte, die heute noch mit Orten verbunden werden, die es damals noch garnicht gab. Vom Kreuzweg Jesu ist kein einziger Millimeter mehr der selbe, denn in den letzen beiden Jahrtausenden wurde hier jeder Stein mindestens dreimal umgedreht und für etwas anderes benutzt und auch die Verbindung zwischen Mohammeds Himmelfahrt und Jerusalem ist ziemlich dünn, denn im Koran wird nur von der fernen Moschee gesprochen, die Mohammed besuchte, bevor er in den Himmel fuhr, kein Wort von Jerusalem.

Mich hat also am meisten an dieser Reise beeindruckt, dass Ideen und Worte viel haltbarer seien können als jedes Material. Wegen Worten werden in Jerusalem, seit 2000 Jahren, Kriege geführt.

Auf der anderen Seite ist es aber auch so, dass nichts vergänglicher ist als Worte. Wen interessiert noch der Wetterbericht für gestern?

Wie kann es sein, dass die einen Worte über Jahrtausende wichtig bleiben und die anderen sofort egal sind?

Für mich spielt diese Frage schon seit längerem eine Rolle. 2013 habe ich z.B. eine Schritt für Schritt eine Anleitung für Youtube erstellt und die ersten Videos waren schon nach 3 Wochen veraltet. Wenn man da mithalten will heißt es dran bleiben oder eben nicht.

Seit dem Stelle ich mir bei jedem Video die Frage: wie lange bleibt es wohl aktuell? Ist es überhaupt die Zeit wert, die ich in dieses Video stecken werde? Soll ich die Anleitung überhaupt aktualisieren? Oder besser gefragt, welche Inhalte kann ich heute erstellen, die auch noch in 5, 10, 100 oder 2000 Jahren eine Bedeutung haben. 

Ok, es müssen nicht gleich einige tausend Jahre sein, aber 5 Jahre wären schonmal ganz nett und trotzdem kommt es immer wieder vor, dass es sich auch lohnt ein Video zu erstellen, dass schon nach ein paar Monaten wieder veraltet ist. Es gibt bei der Haltbarkeit eines Videos also keine klaren Regeln. 

Und jetzt muss ich euch mal neidisch einen Kanal von einem meiner treusten Abonnenten zeigen, denn er hat mit seinem Thema wohl die besten Chancen die 1000 Jahres Grenze zu schaffen: http://youtube.com/messermachen

Also, ich fasse nochmal zusammen: achtet auf die Haltbarkeit eurer Videos 

oder noch besser: Achtet einfach bei allem was ihr macht, darauf, dass ihr möglichst lange etwas davon habt. Statt euch also die nächsten Tipps zu WhatsApp Marketing durch zu lesen, lade ich euch zur Diskussion unter diesem Blogpost ein. 

Was haltet ihr von dem Gedanken und wo lohnt es sich seine Zeit rein zu stecken?

Liebe Grüße

Alex

PS: Wer gerne Bilder guckt, der wird hier fündig:

http://alexboerger.de/blog/fotos-und-ein-bericht-aus-israel/

Und wenn Ihr mal nach Israel wollt, dann habe ich noch ein paar Tipps für euch, schreibt mir einfach.

Kommentare

2 Comments

  • Vonderlinden

    Reply Reply 3. Juni 2015

    Hi Alex, starker und wichtiger Beitrag, Danke dafür. In Deinem Kontext, ich nenne es jetzt mal „Bewegtbild“ in all seinen Manifestationen gibt es aber durchaus Anlässe auch extrem schnelllebigen Zeitgeist abzubilden und damit erfolgreich zu sein. Siehe LeFloid oder die Tagesschau. Aber auch ein kleines Autohaus kann sich über Video-Botschaften des Inhabers zu diversen, regionalen Themen mit kurzlebigen Inhalten zur Marke machen. Trotzdem hast Du freilich recht: mach Dir bewusst was Du erreichen willst.

    Die Engpass konzentrierte Strategie hat in Sachen Unternehmens-Positionierung übrigens „dieses Feature eingebaut“. Die dringend geforderte Suche nach dem „sozialen“ oder „konstanten Grundbedürfnis“ hinter vordergründigen Trends ist hier systemimmanent.

    Viele Grüße aus Franken & weiter so!
    sagt Udo

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